Marokko-Reise

September 17, 2014  |  Reiseberichte

Angelika und Karl-Heinz Klinger aus Reichenbach an der Fils auf ihrer ersten Marroko-Reise

Unsere Tischer-Kabine 280S ist Ende des Jahres 2010 bestellt worden und nach der CMT in Stuttgart, im Jahr 2011, haben wir sie in Kreuzwertheim abgeholt. Unser Wagen ist ein VW Doppelkabiner T5 4 Motion mit Goldschmitt Luftfederung aus dem Jahre 2007.
 
Da wir eigentlich bei jedem Wetter (außer Regen, Schnee und seit einem, und das ist neu, Sandsturm) draußen sitzen, haben wir unsere Kabine STERNENKREUZER getauft.

 

Fotos von unserer Reise durch Marokko

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imilchil
kasbah
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personenscanner
stempelwirtschaft
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Unser Reisebericht:

Marokko-Reise September 2014
Wir sind am 07.09. losgefahren und auf direktem Weg über die Französische Autobahn an die Costa Brava nach Ampuriabrava bei Roses und hier auf den Campingplatz Rubina Resort. Um 18.00 Uhr am selben Tag waren wir da. Nach 2 Nächten auf dem Platz geht’s weiter über die Spanische Küstenautobahn vorbei an Barcelona, Valencia, Murcia bis Vera. Hier übernachten wir noch einmal bevor es am Mittwoch in ALMERIA auf die Fähre nach Nador gehen soll.

Mittwoch, 10.09.14 Nachdem wir am Hafen die Tickets gekauft haben, können wir um 10.00 Uhr auf’s Fährschiff. Das Schiff legt pünktlich um 11.00 Uhr ab. Da wir alle Papier für Marokko auf dem Schiff erledigen können, gehen die 6 Stunden Fahrzeit schnell vorüber. Um 16.00 Uhr Marokkanische Zeit (1 Stunde zurück) sind wir in NADOR und nach 20 Min. Papierkram werden wir ins heiße Marokko entlassen. Da wir schon mit dem Motorrad in Arabischen Länder unterwegs waren habe ich mich gleich an dem zum Teil chaotischen Verkehr wieder gewöhnt. Nach dem Tanken (Diesel 0,95 Euro) fahren wir auf guter Küstenstrasse in Richtung Osten bis SAIDA. Auf dem Campingplatz der Stadt ist es durch eine benachbarte Freiluftdisco bis ca. 2.00 Uhr ziemlich laut.

Donnerstag, 11.09.14 Nach unserem ersten Frühstück mit Fladenbrot geht’s um 10.00 Uhr los immer Richtung Süden an der Algerischen Grenze entlang. Es ist schon sehr heiß. Über QUJDA, AIN-BENIMATHAR, TENDRARA. Kurz nach der Stadt TENDRARA haben wir einen Plattfuß vorne links. Nach dem Reifenwechsel geht’s weiter bis nach BOUARFA. Das Hotel du Maroc bietet Stellplätze im Innenhof an. Die heutige Fahrt führte ausschließlich durch karge Wüsten- und Steinwüstenlandschaft auf 1000 m H. Außer einige Schaf- und Ziegenherden mit Hirten und Beduinenzelten gibt’s hier nix. Unterwegs hatten wir zwei Militärkontrollen, die sehr freundlichen Herren haben uns schnell weiterfahrenlassen, da wir die Zuhause ausgefüllten FICHES ihnen geben konnten.

Freitag, 12.09.14 Aufbruch um 9.00 Uhr Richtung Süd-West über MANGOUB, BOUANANE, BOUDENDIB bis kurz vor ER RACHIDIA. (Auch auf dieser Strecke gibt es außer Sand, Steine und Hitze nichts, weshalb man einen Stopp machen sollte.Allein die Tafelberge linker Hand lohnen einen Blick.Auch heute ziehen wir wieder eine Staubfahne hinterher uns her.) Hier geht es links ab ins ZIZ Tal. Bei der Abfahrt ins Tal hat man einen phantastischen Blick auf die Oasenplantagen. An ERFOUD vorbei geht’s bis MERZOUGA, hier spricht uns Hassan auf deutsch an und zeigt uns sein Hotel mit Stellplatz und Pool direkt an den Dünen des ERG CHEBBI. Über eine kurze Piste ist das Dessert Hotel gut zu erreichen. Hier bleiben wir bis Montag. Es ist ohne Ende heiß ca. 45 Grad. Da wir keinen Ersatzreifen mehr haben besorgt uns Hassan in RISSANI zwei neue ATR Reifen die am Samstag in RISSANI montiert werden. Am Samstag Abend haben wir unseren ersten 2 stündigen Sandsturm. Beeindruckend wie es innerhalb von Minuten stürmt und diesig wird.

Sonntag, 14.09.2014 Nach dem Frühstück mit dem sehr schmackhaften Fladenbrot, gehen wir ein wenig in die Dünen des ERG CHEBBI. Jetzt können wir noch vernünftig laufen. Ab 10°° Uhr ist es schon wieder zu heiß. Es ist auch schon eine Kamel-Gruppe mit Touristen auf dem Rückweg aus dem ERG die vielleicht in der Wüste übernachtet, oder den Sonnenaufgang bewundert haben. Wir haben das direkt um 07°° Uhr von unserer Kabine aus gesehen, da wie ja direkt davor stehen. Zu dieser Jahreszeit sind nur sehr wenige Touristen unterwegs sagt Hassan. Wir sind die einzigen die so weit vorne stehen (dank Allrad). Außer uns sind noch 2 Italienische WOMOS hier und ein Belgier. Im Hotel selbst noch 4 Rucksackreisende aus Deutschland und zwei Motorradfahrer aus England. Den Rest des Tages verbringen wir faul am Pool, da es schon wieder über 40°C hat.

Montag, 15.09.2014 Um 09°°Uhr packen wir zusammen, dann noch Wasser aufgefüllt, Toilette entleert und noch einige eiskalte Flaschen Wasser gekauft. Wir fahren zurück durch RISSANI bis ERFOUD. Die Hauptstraße ist voll mit Banken. Aber erst bei der vierten Bank habe ich Glück und er spuckt Geld aus. In ERFOUD fahren wir auf die Straße nach TINEJDAD. Die Straße ist gut zu fahren. In den Ortschaften allerdings z.T. eng und mit wenig Teerbelag. Wir fahren an vielen Palmenplantagen vorbei auch Bananen-Stauden haben wir schon gesehen. Also muß es hier Wasser geben. Es ist schon wieder knapp 40°C. Auch ziehen wir wieder die übliche Staubfahne hinterher. Nach etwa 90 km ist die Hauptstraße bei TINEJDAD erreicht und wir fahren nach Westen durch wieder einmal öde Landschaft bis nach ~160 km TINERHIR mit seinen grünen Oasengärten erreicht ist. Wir biegen ab in die TODRHA-SCHLUCHT. Die Straße am Anfang besteht aus einer einzigen Baustelle, so daß wir nur mühsam vorwärtskommen. Auch geht es gleich steil in Serpentinen bergauf. Die Aussicht auf die Stadt ist toll. Dann geht’s in die Schlucht und der Fluß führt auch Wasser. Nach einigen Kilometern hat nur noch der Fluß und die hier sehr breite Straße in der Schlucht platz. Bis hier her fahren die Touri-Busse,da der Straßenrand an den steil aufragenden Felsen mit Verkaufsständen übersät ist. Wir fahren weiter und sind plötzlich ziemlich alleine auf der Straße. Es geht weiter in die Berge auf kurviger und z.T. schlechter und enger Straße. Allerdings gab es vor einigen Jahren hier noch gar keine befestigte Straße, also ist sie doch gut. Die Landschaft ist toll und man hat immer etwas zu sehen. Die Felswände ragen z.T. bis zu 1000m in die Höhe. Am Ortseingang von TAMTATTOUCHTE ist links die AUBERGE BADDOU mit Camping den wir ansteuern. Der Platz ist schön gemacht mit allem was man braucht. Selbst einen Pool gibt es. Es ist 16°°Uhr, wir sind auf 1800m Höhe, es sind schöne kühle 27°C und wir machen Feierabend für heute. Am Abend Essen wir ein leckeres Berberisches Menü im Restaurant und gehen dann zufrieden in unsere kühlen Betten.

Dienstag, 16.09.2014 Gestern haben wir hier das deutsche Ehepaar Heike und Mathias kennengelernt,die mit einem Landy + Dachzellt schon seit 20 Jahren immer wieder Marokko bereisen. Wir beschließen noch eine Nacht zu bleiben, da sie uns angeboten haben eine alte verfallene Kasbah besuchen. Sie wird seit Jahren von einem Franzosen teilweise aufwendig wieder instandgesetzt. Mittags geht’s los und wir marschieren mit einem Führer vom Campingplatz die etwa 2 km durch die Felder die durch den Fluss bewässert werden. Gerade werden vom Wasserchef neue Kanäle geöffnet und andere geschlossen. So erhält jedes Feld das Wasser das ihm zusteht. Angebaut werden Mais, Grünfutter fürs Vieh, Kartoffeln und auch Karotten sehen wir. Die Kasbah steht inmitten anderer Gebäuden auf einem kleinen Flügel mitten im Tal und sticht durch ihre neu mit Lehm und Stroh verputzten Wände heraus. Der Führer hat den Schlüssel so daß wir sie auch innen besichtigen können. Beeindruckend wie früher mit einfachsten Mitteln solch große Gebäude errichtet wurden. Danach gehen wir durchs Dorf TAMTATTOUCHTE wieder zurück zum Campingplatz. Mittlerweile sind noch ein Pärchen aus Leipzig mit Leihwagen + Zelt auf dem Platz. Abends sitzen wir zusammen und quatschen noch etwas bei einem Tee.

Mittwoch, 17.09.2014 Heute Morgen packen wir zusammen und wollen versuchen zur DADES-SCHLUCHT zu kommen. Mathias meinte allerdings unser Auto währe doch etwas zu wenig geländegängig. Und er hat recht gehabt. Wir haben’s Versucht und sind ab AGOUDAL auf die Piste in Richtung zur DADES-SCHLUCHT. Doch nach etwa 3 km krieg ich doch Bammel und wir drehen bei der nächsten Möglichkeit um und nehmen ab AGOUDAL die Teerstraße in Richtung IMILCHIL. (Für Gelände Pickup mit Untersetzung und Tischer Kabine sicherlich machbar.)
Doch zunächst fahren wir in TAMTATTOUCHTE einmal los. Die sehr gute,breite Teerstraße zieht sich immer höher in die Berge des HOHEN ATLAS. Am Ende der Schlucht schraubt sich die Straße in Serpentinen bis auf etwa 2700 Höhenmeter. Seit wir aufgebrochen sind haben wir kein grün mehr gesehen.Dafür beeindruckende Felsformationen und tiefe Schluchten.Dann kam unser kurzer Ausflug auf die Piste bei AGOUDAL.
In AGOUDAL rennen uns jetzt zum 2. Mal eine ganze Horde Kinder hinterher die sich auch hinten am Fahrradständer festhalten. Wir können sie nur abschütteln indem wir rechts und links Bonbons aus dem Auto werfen um die sie sich dann balgen. Wir wissen man soll es nicht tun, aber anders ging es nicht.

Entgegen unseres Planes fahren wir jetzt zuerst nach MARRAKECH. Es geht weiter über IMILCHMIL bis zum LAC TISLIT. Nach einem kurzen Vesperstop fahren wir weiter durch die Berge nach OUAOURIOUD. Hier ist wohl Viehmarkt. Man glaubt nicht wo die ganzen Leute und Fahrzeuge plötzlich herkommen. Die ganze Durchgangsstraße ist ein einziges gewußel. Alles ist zugestellt mit rauchenden Grills neben denen die frisch geschlachteten Hammel in der Sonne baumeln. Tiere werden hin und her getrieben oder auf Pickups verladen. Es ist fast kein durchkommen.
Kurz vor TIZI-n-ISLY fährt uns ein Pickup bei einem missglückten Überholversuch (musste eine Vollbremsung machen da er in einer Kurve trotz Gegenverkehr vorbei wollte) hinten links in die Kabine. Seine Plastikverbreiterung und der Kotflügel rechts vorn sind im Eimer. Die Kabine hat bis auf ein paar tiefe Schrammen standgehalten. Nach einem ewigen z. T. lautstarkem Pallaver (er in Französisch, ich in Deutsch) lassen wir ihn stehen und fahren weiter. Er hinterher. Er hat uns noch drei mal überholt und angehalten und was von Gendarmerie gefaselt (er dachte wohl wir bezahlen seinen selbstverschuldeten Schaden) aber nachdem ich ihm Schläge angedroht habe, haben wir ihn nicht mehr gesehen. Die Strecke ab TIZI-n-ISLY durch den Hohen Atlas wird immer schlechter. Es ist meißtens kein Teerbelag mehr da sondern nur noch Steine und Staub. Die Serpentienen sind meißt nur Einspurig zu befahren. Da hier auch LKW fahren wird es öfters sehr eng. Es geht steil bergauf und bergab und man muß oft lange hinter einem Fahrzeug herkriechen bevor es einem vorbeilassen kann. Wir denken die Strasse nimmt kein Ende. Trotz allem ist es eine grandiose Bergwelt durch die man fährt. Was uns auffällt, wenn wir durch die kleinen, richtig armselig aussehende Dörfer kommen, überall stehen Kinder und winken uns fröhlich zu. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist Max 20 km\h. Aber dann kommen wir nach EL-KSIBA. Hier fühlen wir uns wie im Paradies denn es beginnt eine 2 spurge Strasse die uns zur Hauptstraße in Richtung Marrakech führt. Ab hier geht’s auf guter Teerstraße weiter an KASBA TADLA vorbei und noch bis kurz vor BENNI-MELLAL. lm Hotel JNANE AIT ASSERDOUN kann man im Hof übernachten. Es war heute ohne Ende warm und vor allem sehr staubig und wir sind lange gefahren. Deshalb gönnen wir uns noch ein erfrischendes Bad im sehr schönen Hotelpool den wir für uns alleine haben.

Donnerstag, 18.09.2014 Nach einer halbwegs ruhigen Nacht (viele kommen nur wegen des Alkoholausschanks ins Hotel) fahren wir erst zu einem Supermarkt mit Tankstelle in der Stadt. Im ACIMA Supermarkt füllen wir unsere Vorräte an Obst, Gemüse und vor allem Trinkwasser in 5l Flaschen auf. Zu unserer Freude finden wir Wasserflaschen mit Gas von denen wir auch 3 Sechserpack mitnehmen. Hier wird in einem Nebenraum auch alles an Alkoholika verkauft was es so gibt. Man kann ihn wie in anderen Moslemischen Ländern separat von Außen betreten und verlassen. Wir greifen tief in die Tasche und kaufen uns eine Palette Bier und 2 Flaschen Einheimischen Wein. Eine Bierdose 0,5 l mit Namen Special kostet umgerechnet 2€. Der Wein die Flasche 4,5 €.
Nach dem Tanken geht’s weiter in Richtung MARAKECH. DIE Straße ist gut zu fahren. Wieder durch trockene Steinlandschaft und ab und zu angebaute Felder. Über EL-KELAÁ-des-SRAGHNA sind wir in ~ 2 Std. in MARAKKECH. Hier finden wir nach kurzem suchen den beschriebenen Stellplatz nur etwa 500m weg vom DJAMAA el-FNA (dem Platz der Geköpften). Der Stellplatz ist nicht sehr einladend inmitten von Zwiebel und Knoblauchhändlern aber in der Nacht doch schön ruhig.
Wir warten die größte Mittagshitze ab und gehen dann dahin wo alle hin gehen. Durch das Gelände der KUTUBIYA-MOSCHEE gehen wir zum PLATZ DER GEKÖPFTEN. Hier ist alles voll auf Touristen ausgerichtet.Natürlich vor allem die Preise.Aber man muß es schon einmal gesehen haben, vor allem der Trubel der hier herrscht. Orangensaftverkäufer, Schlangenbeschwöhrer, Artisten, Wasserverkäufer. Hennastände und allerlei Krimskrams wird angeboten. Rings um den Platz ein Cafe nach dem anderen mit Aussichtsterrasse von wo aus man nach dem bezahlen,den Platz fotografieren kann. Nachdem wir noch durch den SOUK gebummelt sind(mit erstaunlich wenig Anmache durch die Händler, im Gegensatz zu anderen Arabischen Ländern) kommen wir bei Dunkelheit wieder zum PLATZ DER GEKÖPFTEN, der sich nun zu einem großen Grillplatz gewandelt hat. Jede Menge Garküchen sind aufgestellt worden die um Kundschaft buhlen. Auch wir lassen uns an einer nieder, um etwas zu Essen. Dann wieder das kurze Stück zur Kabine zurück. Es hat gut abgekühlt und wir sitzen noch bei einem kalten Bier vor unserem Auto.
Wieder einmal haben wir festgestellt, daß wir diesen Menschenmassen nichts abhaben können und im Urlaub eher unsere Ruhe brauchen. Deshalb werden wir morgen weiter nach Norden fahren.

Freitag, 19.09.2014 Um etwa 09.°° Uhr lassen wir MARAKKECH hinter uns und fahren in Richtung Westen. Nach 26km gehen wir auf die Autobahn nach AGADIR. An CHICHAOUA,ARENA vorbei,bis kurz vor AGADIR.Die Autobahn ist perfekt gemacht. Man fährt wie auf Daunen, kein Vergleich mit unseren Autobahnen zuhause, wo einem mittlerweile bald das Auto auseinanderfällt vor lauter Löcher. Hier hat man aber auch die Straße fast für sich alleine. Nach etwa 100km führt die Autobahn kräftig in die Berge. Es geht wieder auf 1200 Höhenmeter. Erst vor AGADIR verlassen wir die Berge wieder und es geht in ein weites diesiges Tal. Wir bezahlen für die ~200km Autobahn erfreuliche 6€. In AGADIR als große Stadt herrscht natürlich das übliche Gedränge als wir auf der Suche nach einem Geldautomaten sind. Über AIT-MELLOUI verlassen wir die Stadt auf 4 spuriger Straße in Richtung Süden. Die N 1 befahren wir bis HAD-BELFA. Kurz danach geht’s rechts ab zum MASSA-NATIONALPARK.Am Rande des Parks liegt das Städtchen SIDI-OUASSAI und der Campingplatz SIDI MASSA BEACH. Bevor man ans Meer kommt muß man noch einen kleinen Berg überqueren. Von dort hat man einen tollen Blick über den Atlantik.
Wir sind wieder mal alleine auf dem großzügigen Platz und stellen uns in die erste Reihe zum Strand. Die eigene Badebucht wird gesäumt von großen Felsen im Meer an denen sich mit lautem Getösse die Wellen brechen.Wir richten uns ein und gehen erst mal eine Runde schwimmen im Pool. Die Temperaturen heute sind erträglich gewesen.Zwischen 24 und 30°C. Hier haben wir 25°C, es weht ein leichter Wind und es ist stellenweise bewölkt. Wir werden wohl 2 Nächte bleiben.

Samstag, 20.09.2014 Da wir nur 50m vom Meer stehen, ist es durch das Wellenschlagen an die seitlichen Klippen,nachts doch recht laut.Aber so haben wir es ja wollen. Wir ziehen unsere Badesachen an und gehen an den Strand. Hier sind schon Einwohner aus dem benachbarten Dorf beim Baden. Für uns ungewohnt, die Frauen in voller Kleidung. Wir gehen zügig ins Wasser, aber es ist ganz schön kalt. Angelika macht einen Rückzieher, ich stürze mich in die Fluten. Aber nicht all zu lange. Mir wird auch schnell kalt. (Warmduscher halt) Also zurück zur Kabine und dann im Pool wieder aufwärmen. Den Rest des Tages verbringen wir mit lesen und den Bericht für die Tischer-Homepage schreiben. Die Lufttemperatur ist angenehme 27°C. Nachts kühlt es auf ~20°C ab.

Sonntag, 21.09.2014 Heute haben wir nicht viel vor, schließlich haben wir ja Urlaub. Nach dem Frühstück gehen wir etwas durchs Dorf. Danach an den Strand und etwas kraxeln über die Klippen. Hier sind viele Marokkaner mit langen Angelruten am fischen. Der Rest des Tages wird faul im Liegestuhl verbracht mit kurzen Unterbrechungen im Pool. Abends grillen wir unsere mitgebrachten Schweinesteaks und spülen sie mit in Spanien gekauften Grafenwalder Bier hinunter. Heute haben wir wieder einen perfekten Sonnenuntergang im Meer. Danach bewölkt sich der Himmel immer mehr und wir haben unserer Meinung nach bestimmt 2 Std. lang ein Wetterleuchten mit Blitzen vom feinsten.

Montag, 22.09.2014 War wohl ein Gewitter letzte Nacht, denn als wir ins Bett gekrochen sind hat es kurz darauf angefangen fest zu regnen. Da wir schon alles eingepackt haben zur Abfahrt heute,hat es uns nichts ausgemacht. Es regnet immer noch leicht als wir um 10.30 Uhr aufbrechen. Da dies der südlichste Punkt unserer Reise ist, habe ich das Navi gefragt wieviele km wir bis nach Hause haben. Stattliche 3308 km von Reichenbach sind wir entfernt. Wir fahren zurück zur N1, dann wieder auf der 4 springen Strasse bis AGADIR.Auf der Umgehungsstraße der Stadt hat man gefühlte 50 Kreisverkehre zu durchfahren,bevor man am Hafen von AGADIR auf die Straße nach ESSAOUIRA einbiegt. Ab hier geht es immer kurvig am Meer entlang. Es kommen schöne Badebuchten und kleine Ortschaften mit Touristischem Flair. Die meist felsige Küste wird von der Brandung so beaufschlagt daß man meint Nebel hängt über der Straße. Nach etwa 50 km verabschiedet sich bei dem Ort TAMRI die Straße vom Meer und es geht gemütlich in eine bergige Landschaft über. Die weitere Strecke bis ESSAOURIA ist geprägt von den bekannten ARGAN-BÄUMEN, aus deren harten Früchten das ARGAN ÖL ausgemahlen wird. Bei einer der vielen Cooperativen an der Straße verkosten wir das Öl und lassen uns deren Herstellung zeigen.Angelika schüttelt den Kopf. Es schmeckt uns wie ranziges Olivenöl. Jeder hat halt einen anderen Geschmack. Diese ARGAN-BÄUME ziehen sich zu Tausenden hin bis ESSAOURIA. Etwas außerhalb der Stadt fahren wir den Campingplatz LR CALME an. Er liegt schön in einem Aganenhein. Wir richten uns hier für 2 Nächte ein. Den ganzen Tag hatten wir angenehme 27° C sodaß die Klimaanlage von unserem Bully meist Pause hatte.

Dienstag, 23.09.2014 Der Campingplatz LE CALME ist Nachts sehr ruhig. Wir haben definitiv zu lange geschlafen um unser vorgenommene Programm heute durchzuziehen. Also wird das alles auf morgen verschoben. Die Sonne scheint, wir haben 28°C und machen uns auf Schusters Rappen auf den Weg um etwas durch die ARGAN GÄRTEN zu streifen. Danach sind wir ordentlich durchgeschwitzt. Leider ist der Pool vom Platz nicht gefüllt, also geben wir uns mit einer erfrischenden Dusche zufrieden. Abends grillen wir unser mitgebrachtes Fleisch und gehen dann zufrieden in unsere Betten.

Mittwoch, 24.09.2014 Heute Morgen kommt pünktlich um 10°°Uhr das von uns gestern über den Camping bestellte Privat-Taxi, das uns ins ~20 km entfernte ESSAOURIA bringt. Wir lassen uns zum Platz BAB DOUKKALA bringen um von hier aus die Touristen Gassen aber auch die kleinen Nebengässchen zu erkunden. Nach einigen Stunden sind wir am Fischerhafen angekommen. Hier wird im größeren Stil alle Arten von Fisch auf LKW verladen. Aber auch einzelne Personen sitzen irgendwo auf dem Boden und nehmen Fische aus die sie dann versuchen zu verkaufen. Was für uns wiedermal sehr gewöhnungsbedürftig ist, daß der Abfall der Fische einfach in die nächste Ecke fliegt. Dementsprechend riecht es hier auch überall. (Es stinkt zum Himmel) Auch fürs Auge ist das alles nix. Was gut aussieht, sind die vielen kleinen blauen Fischerboote die im Hafen dicht an dicht festgemacht sind. Die Stadt selbst ist sehr sehenswert mit seinen alten Häusern und der renovierten Stadtmauer. Auch der Strand mit Promenade ist schön gemacht. Um 18°° Uhr holt uns das Taxi am Platz BAB es SAABA wieder ab. Wir machen uns einen gemûtlichen Abend vor unserer Kabine und lassen den Tag bei einem Marokkanischen Rosewein ausklingen.

Donnerstag, 25.09.2014 Heute fahren wir weiter auf der N 1 nach Norden. Die ARGAN Bäume verschwinden zusehends und machen großen,abgeernteten Feldern mit saftig rot braunem Boden Platz.Die weithin sichtbaren Getreidesilos und aufgestapelt Strohballen begleiten uns die nächsten 2 Std. bis wir bei EL-JADIDA auf die Autobahn nach CASABLANCA einfahren.Wir umfahren die Stadt mit großen Industrie Arealen und verlassen dann bei MOHAMMEDIA-EST die Autobahn.Nach einem Einkauf beim Mariane Supermarkt geht’s zum Campingplatz L‘OCEAN BLUE dessen Einfahrt direkt am Strand liegt. Schon bei der Einfahrt auf den Platz fällt Angelika die TISCHER KABINE auf die hier steht.Wir stellen uns natürlich daneben. INGE+REIMAR SONTAG mit ihrer Kabine auf NISSAN NAVARRA sind kurz vorher angekommen.Allerdings haben sie etwas mehr Zeit als wir.3-4 Monate wollen sie unterwegs sein.Seit 3 Jahren haben wir unsere Kabine,aber erst 3 Mal haben wir Unterwegs andere Tischer Fahrer getroffen.(Außer beim Tischer Treffen) Natürlich schwätzen wir am Abend ausgiebig über unsere Reisen und die Vorzüge der TISCHER KABINEN.

Freitag, 26.09.2014 Da wir hier von Baustellen umzingelt sind, die von Sonnenaufgang bis Untergang arbeiten, beschließen wir, wie die Sontags, schon heute weiter nach Norden zu fahren. Wir gehen wieder auf die Autobahn (einfach toll zu fahren) in Richtung RABATT. Ich lasse mich wieder einmal von unserem NAVI in die Irre führen (kürzeste Strecke) und fahre statt außen herum mitten durch die Stadt. Hat zwar über eine Stunde gedauert aber dafür haben wir den Königspalast gesehen. Zumindest die Mauer und Umzäunung, die schwer gesichert ist von Millitär und anderem Personal in schönen alten Uniformen. Natürlich alle schwer bewaffnet. Nachdem wir die Autobahn wieder gefunden haben, geht’s immer an der Küste entlang, vorbei an KENITRA bis zur Ausfahrt MOULAY BOUSSELHAM. Wir fahren die ~7km bis zur Ortschaft und gehen auf den Campingplatz ATLANTIS. Er ist direkt an einer Laune und wie eigentlich immer ziemlich leer. Auf dem großen Gelände stehen gerade mal 3 WOMOS. Heute kochen wir wieder mal selbst und gehen nach einem Schlummertrunk ins Bett. Das Wetter ist immer noch sehr schön.Wir haben etwa 28°C und meißtens Sonnenschein.

Samstag, 27.09.2014 Nachdem gestern um 23.30 Uhr der Muezin noch einmal Laut gegeben hat, war es die restliche Nacht absolut ruhig. Brot für’s Frühstück bekommen wir wie immer an der Rezeption. Danach gehen wir die paar Meter ums Eck zu dem kleinen Hafen. Wir machen einen Termin aus, um Nachmittags mit einem Boot durch die Lagune zu fahren. Natürlich sollen wir gleich fahren, oder wenigstens ihren Fisch kaufen. Aber da wir beide keine Fischer sind, lehnen wir dankend ab. Die Fahrt mit dem Ruderboot mit einheimischem Ruderer durch die Lagune ist sehr entspannt. Man soll hier Flamingos,Kraniche und andere Wasservögel sehen. Wir sehen irgendwie nur andere. Nach etwa 1.5 Std. sind wir wieder zurück und nach dem Abwimmeln der Fischverkäufer, faulenzen wir etwas vor der Kabine. Vor Einbruch der Dunkelheit gehen wir die ~1km bis zum großen, zentralen Platz bei der Moschee. Hier ist auch eine Aussichtsplattform um zur Lagune und dem Strand zu schauen. Unterwegs sind einige Restaurants, aber wo wir auch fragen, es gibt nirgendwo was zu essen. Erst hier am Platz gibt es ein Touristen Restaurant in dem wir essen können. Sehr gerne würden wir wieder mal zum Essen ein Bier oder einen Wein trinken.Aber gibt’s meißtens nicht. Das ewige Wasser, Cola oder Sprudel trinken hängt uns langsam zum Hals raus.
Dann geht’s zurück zur Kabine und hier haben wir noch kaltes Bier das wir uns genehmigen.
Da die’s unsere letzte Nacht in Marokko sein wird, möchte ich kurz ein Resümee über unsere besuchten Campingplätze ziehen. Bis auf 2 Plätze (DESSERT HOTEL in MERZOUGA und CAMPING BADDOU in TAMTATTOUCHTE) waren alle anderen absolut unzureichend in den Sanitären Ausstattungen. Dreckig, Armaturen fehlen, trotz Ankündigung kein warmes Wasser, wenn mal ein Brauseschlauch da war ist mehr Wasser hinten raus gekommen als am Brausekopf, abends kein Licht, fehlende Türen usw. Die Plätze selbst werden auch nicht gepflegt. Meißtens liegt Müll herum, Steckdose mit Strom hängen auf halb Acht, oft qualmt noch die Private Müllverbrennung irgendwo. Auf diesem Platz z.B. wurde am Zaun zur Lagune Lastwagenweise Bauschutt abgekippt. Ohne diese Häufen hätte man einen guten Blick auf die Lagune. Versteht kein Mensch. Die Plätze die wir angefahren haben sind aus dem CAMPINGFÜHRER MAROKKO MAURETANIEN 2014/15 von EDITH KOHLBACH. Das Buch ist gut zur Orientierung, wenn man wie wir zum ersten Mal in diesem Land unterwegs ist. Zu unserem Glück,haben wir in unserer Kabine alles dabei,sodaß wir z.B.die Sanitären Anlagen der Plätze nicht benutzen mußten.

Sonntag, 28.09.2014 Heute ist unser letzter Tag in Marokko. Bevor wir wieder auf die Autobahn gehen, kaufen wir noch im nahegelegenen Supermarkt einige Mittbringsel ein. Marok.-Olivenöl, Palmherzen, Arganöl usw. Der Verkehr ist wieder sehr entspannt, obwohl hier in Richtung TANGER/TANGER MED. doch mehr Fahrzeuge unterwegs sind. Die Autobahn endet unmittelbar vor dem Hafen von TANGER MED. so daß wir keine Angst haben müssen einen Blinden Passagier an Bord zu haben. Es hat vorher schon einige Fährbüros gegeben, aber wir fahren weiter bis direkt zum Terminal.Hier wartet schon wieder ein freundlicher Schlepper der uns auf gutem Deutsch die Vorzüge seiner Reederei anpreist. Wir lassen uns darauf ein, auch weil der Preis stimmt (150€) und haben unsere Tickets. Die nächste Stelle druckt unsere Bordkarten aus. Dann wird das Fahrzeug noch von einem hochmodernen Personenscanner unter die Lupe genommen. Da muß jeder durch.
Unser Schiff soll um 17.30 Uhr ablegen. An der Wartezone sammeln sich mit der Zeit immer mehr Fahrzeuge.Aber zu der Zeit als unser Schiff ablegen soll, ist keines weit und breit in Sicht.
In der Zwischenzeit haben 4 andere Schiffe schon wieder abgelegt. Es stellt sich heraus, daß unser Schiff kaputt im Hafen von ALGECIRAS aufliegt. Hier am Hafen stehen mittlerweile bestimmt 100 Fahrzeuge (wir das einzige WOMO und Deutsche) und ein großes Geschrei und Pallaver beginnt. Die Marokko Spanier oder Franzosen die nach Spanien wollen bilden einen Autocorso und fahren hupend auf dem Hafengelände herum. Allerdings kommen sie nicht weit, denn ruck zuck ist die Polizei zur Stelle,die jetzt massiv angegangen wird. Da ich etwas Spanisch kann, hat mir ein Spanier erklärt um was es eigentlich geht. Wir bleiben einfach stehen und warten ab, wie’s weiter geht.
4Std. später, es ist 21.30 Uhr kommt ein Schiff zu unserem Kai das uns abholt. Das Einfahren auf’s Schiff dauert etwas länger, da jedes Fahrzeug nochmal von oben bis unten durchsucht wird. Außer unseres. Die Offiziellen sehen nur kurz in die Kabine, das war’s.
Um 23.00 Uhr legt das Schiff ab und um 00.30 Uhr unserer Zeit sind wir in ALGECIRAS. 5Std. später als geplant. Das aus dem Hafen fahren geht bei uns wieder im Gegensatz zu den PKW oder Sprinter sehr schnell. Wir fahren in Richtung TARIFA und stellen uns in der Nähe vom LIDL auf einem Parkplatz. Es ist mittlerweile 02.00 Uhr und wir sind doch recht müde.
Uns hat Marokko gut gefallen.Die Offiziellen(Polizei oder Militär)waren zu uns immer extrem höflich,egal wo das war. Die Wüstenregionen oder das Landesinnere besser als die Küstengebiete,da sie authentischer sind. Natürlich muß man Abstriche machen was die Hygiene und die Versorgung anbelangt. Wir haben z.B. nach einem Tee oder Kaffee trinken am Straßenrand oder bei einem Imbiss regelmäßig den flotten Otto bekommen. Also haben wir das dann bleiben lassen. Besser wäre es natürlich auch, wenn man der Französischen Sprache mächtig wäre, was bei uns leider nicht der Fall ist. Mit Englisch kommt man hier nicht allzu weit. Auf jeden Fall waren wir doch froh, als wir wieder in Spanien waren. Jeder der offen ist für fremde Kulturen, sollte es einfach probieren so zu Reisen wie wir und sich sein eigenes Urteil bilden. Zur Not kann man ja auch eine geführte Tour durch Marokko machen,bei der dann alles vorbereitet ist. Im großen und ganzen war das ein sehr gelungener Urlaub. Unsere ganze Hochachtung gilt der Firma TISCHER.Die Kabine ist wirklich erstklassig verarbeitet. Trotz der Hunderten von Km übler Straßen ist immer noch alles da,wo es sein soll. Alles funktioniert noch so wie es muß. Auch einen Dank an Herrn BÜHLMANN von der Firma TISCHER, der unsere Kabine so ausgerüstet hat,daß wir Tagelang ohne Versorgung stehen können. Auch unser VW DOPPELKABINER T5 hat die Tour ohne Schaden überstanden. Ist ja auch schon vorher genug kaputt gegangen.